Abschluss

Mit diesem Beitrag schliessen wir unseren Blog zum Thema digitales Altern. Wir haben uns in den vergangenen Wochen damit auseinandergesetzt, was es heisst, in einer digitalen Gesellschaft alt zu werden bzw. alt zu sein. Dabei haben wir unseren Blick nicht nur auf die Gegenwart gerichtet, sondern immer wieder auch nach vorne, in die Zukunft geschaut.

Wie aktuell das Thema ist, zeigen die zahlreichen Studien dazu. Für diesen Blog haben wir hauptsächlich mit zwei Studien aus der Schweiz gearbeitet, die uns für verschiedene Beiträge als Grundlage dienten. Eine mögliche Antwort auf die Frage wie wir unseren Lebensabend in der digitalen Gesellschaft dereinst verbringen werden, gaben uns die vier Alterstypen der GDI Studie. Dank dem Projekt tablet heroes hatten wir die Gelegenheit dabei zu sein, als eine Gruppe von Seniorinnen ihre ersten Erfahrungen mit Tablets machte. Dies ist nur eines von zahlreichen Angeboten, die es gibt, um Senioren und Seniorinnen im Umgang mit digitaler Technik zu schulen. Denn für viele Menschen dieser Generation, ist und bleibt die digitale Welt eine Herausforderung.

In unseren Beiträgen ging es oft um Chancen, die sich mit oder durch digitale Technik auftun. Eine Chance um länger selbständig zu sein, eine Chance, Wissen an andere Generationen weiterzugeben oder einfach eine Chance um mit Menschen in Kontakt zu kommen oder zu bleiben. Oft unterscheiden sich die Bedürfnisse der älteren Generation nicht gravierend von denen der Digital Natives oder Digital Immigrants. Auch Seniorinnen und Senioren machen Computerspiele, sind auf Social Media vertreten, sie nutzen Apps und sind online auf Partnersuche. Was es jedoch braucht, sind Angebote, die auf sie zugeschnitten sind; sowohl inhaltlich als auch vom Design her. Obwohl es schon vieles gibt, existiert und wächst hier ein Markt.

Für die einen eine Chance, für andere eine Herausforderung und wiederum für andere gar eine Verweigerung. Nicht jeder Senior, nicht jede Seniorin ist ein Silver Surfer, eine Silver Surferin. Die Gründe für ein offline Leben im Alter sind zahlreich. Doch der Blick in die Zukunft, die nahe Zukunft, hat gezeigt, dass, bedingt durch den demographischen Wandel und den damit einhergehenden Pflegenotstand, der Einsatz von Pflegerobotern keine Utopie mehr ist. So kann es durchaus sein, dass auch digitale Verweigerer irgendwann, wenn auch unfreiwillig, in Kontakt mit modernster Technik kommen können, kommen müssen.

Das Thema digitales Altern ist ein grosses Thema und mit diesem Blog keineswegs umfassend behandelt oder gar abgeschlossen. Der Blog ist ein Streifzug durch Themen, die es sich lohnt weiter zu verfolgen und zu vertiefen. Denn weder die demographische noch die digitale Entwicklung lassen sich aufhalten.

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Mehr erfahren Sie unter www…

In den meisten der vergangenen Blogbeiträgen ging es um Senioren und Seniorinnen, die das Internet und neue Technologien nutzen, die neue Chancen erhalten und die Herausforderungen annehmen. Ziel des Blogs war es nicht zuletzt zu zeigen, dass Alter und Technologien kein Gegensatz sind (das ist zu oft einfach ein Vorurteil der «Jüngeren»). Doch was ist mit den sogenannten Offliner? Die keinen PC, kein Smartphone, geschweige denn einen Internetanschluss haben? Das soll am fiktiven Beispiel der 81-jährigen Martha gezeigt werden.

Martha ist verwitwet, ihre Kinder leben alle nicht mehr in der Nähe. Gesundheitlich ist Martha noch ziemlich fit, ihren Haushalt führt sie selber. Internet? Einen Computer? Nein, das braucht sie nicht für ein glückliches Leben. Aber: Firmen die Leistungen nur noch online, oft um Kosten zu sparen, die Menschen durch Automaten ersetzen, machen ihr ihr Leben doch schwerer als es sein müsste. Sie hat niemanden, der für sie online gehen könnte.

Wenn Martha mit dem Zug fahren möchte, muss sie ein Ticket am Automaten lösen. Einen bedienten Bahnhofschalter gibt es schon lange nicht mehr. Damit ist sie nicht alleine: Jährlich schliessen Ticketschalter, reduzieren ihre Öffnungszeiten oder ihre Anzahl an Schaltern. Argument: Tickets können ja am Automaten oder online gelöst werden. Gut gibt es da Kurse um zu lernen wie man den solche Automaten bedient. Trotzdem ist Martha froh, wenn sie eine Mehrfahrtenkarte hat und dem Automaten aus dem Weg gehen kann. Will sie dann mal ihre Tochter in Deutschland besuchen, muss sie am nächsten Bahnhofsschalter doch eine Weile anstehen, eine Auftragspauschale von 10 Franken bezahlen (die bei einem Online-Kauf entfällt) und dabei auf die Sparangebot der SBB (die gibt es nur online) verzichten.

Bei Ihrer Bank kann Sie (noch) kostenlos am Schalter Geld holen und ihre Kontoauszüge werden kostenlos nach Hause geschickt. Doch das kann sich ändern, wie die Beispiele von Banken zeigen, die ihren Online-Banking-Kunden verbilligte Konditionen anbieten, die für Besuche am Schalter und Einzahlungen Gebühren verlangen oder die papierene Kontoauszüge verrechnen. Diese Entwicklung ist nicht nur auf Banken beschränkt: auch andere Unternehmen, Dienstleistungsbetriebe und  Ämter belasten Personen ohne Internetzugang immer mehr Gebühren für Dienstleistungen und Angebote: Rechnungen, die kosten ist nur eines der Beispiele. Oder sie bieten schlichtweg keine Zugangsalternativen.

weitere info
Weiterführende Information zu den eidgenössischen Abstimmungen – online abrufbar

Foto: Carina Burch

Hört oder sieht Martha im Fernsehen, in Radiobeiträgen oder in Werbungen Hinweise, wie  «mehr erfahren Sie unter www….», «Besuchen Sie uns unter www…», bleibt ihr der Zugang zur weiteren Information und Teilhabe verschlossen. Martina Fink, von der ProSenectute, warnte anlässlich der Veröffentlichung der Studie Digitale Senioren: „Es besteht ein Risiko, dass es für Leute ohne Internet-Anschluss zusehends schwieriger wird, an offizielle Informationen oder Gesundheitspräventions-Programme heranzukommen“.(swissinfo.ch, 2015)

Falls Martha mal nicht mehr so gut zu Fuss sein wird, kann sie sich nicht mal Nahrungsmittel, aber auch anderes, über die meisten Online-Shops wie coop@home liefern lassen – bestellen kann nur wer ein Online-Konto hat und online bestellt. Es gäbe noch unzählige weitere Beispiele, doch hier soll erstmal Schluss sein.

Das was Martha widerfährt ist kein Randgruppenphänomen, sondern bezeichnend für die digitale Zweiklassengesellschaft. Die digitale Kluft diskriminiert auch Seniorinnen und Senioren ohne Internetzugang. Auch wenn manche darauf bauen, dass sich diese Kluft „auswachsen“ wird (die Internetnutzung nimmt mit jedem Jahr zu), braucht es, bis es denn so weit ist, (bessere) Übergangslösungen. Dabei sind alle Unternehmen, Dienstleister und amtlichen Stellen gefordert, ihre internetlose, technikfremde Kundschaft auch in Zeiten der digitalen Wirtschaft nicht zu vergessen. Damit auch Martha ein gleichberechtigter Teil dieser Gesellschaft bleibt.

Silver Surfer im Vergleich

Wir, die Bloggerinnen, erhielten dieses Semester den Auftrag im Fach ESAS (Empirische Sozialforschung) eine Umfrage zu einem freiwählbaren Thema durchzuführen. Die Entscheidung fiel auf Fragen, welche wir sogleich mit unserem Blog in Verbindung bringen können. Wir gestalteten eine Online-Umfrage zum Thema „Alterstrukturen und Nutzung von Internetdiensten“. Als Befragte durften unsere Verwandten, Bekannten und Arbeitskollegen herhalten. Sie wurden von uns in die drei Altersgruppen Digitale Natives (16 – 31 Jahre), Digital Immigrants (32 – 56 Jahre) und Silver Surfer (ab 57 Jahren) aufgeteilt. Dies nach dem Media Use Index 2014 der Y&R Group Switzerland.

Bei der Vorbereitung achteten wir darauf, eine möglichst gute Durchmischung von Alter und Geschlecht unserer Befragten zu erreichen. Die Fragen nehmen zum einen Bezug auf den Besitz und die Nutzung von technischen Geräten, nämlich dem Smartphone, TV, Tablet und Telefon, aber auch konkrete Internetdienste werden zum Thema gemacht. Wir betrachten die Dienste What’s-App, E-Mail, Facebook und Skype mit unserem Fragebogen genauer und stellen gezielt Fragen dazu. Unsere Online-Umfrage finden Interessierte hier, sie wird natürlich nicht mehr ausgewertet.

Nach wenigen Tagen erhielten wir schon von einem Grossteil die Umfrage vollständig ausgefüllt zurück und konnten uns an die Auswertung machen. Für den Blog sind natürlich v.a. die Ergebnisse aus der Altersgruppe der Silver Surfer spannend. Hier nun unsere Erkenntnisse aus der Umfrage:

  • Silver Surfer nutzen das Festnetztelefon noch viel eher, als die anderen beiden Altersgruppen, dafür besitzen sie am wenigsten einen Smart-TV.
  • Im Vergleich zu den jüngeren Altersgruppen, nutzen die Silver Surfer Internetdienste weniger oft, doch 79% der älteren Generation arbeiten mit min. 2 Diensten.
  • Über alle Altersstrukturen hinweg, sind Männer interessierter an den von uns befragten Internetdiensten. Sie nutzen sie signifikant häufiger.
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Während die Mail das beliebteste Kommunikationsmittel der Silver Surfer darstellt, nutzen nur wenige von ihnen den Internetdienst Skype.

Grafik: Carina Burch

  • Das Telefon ist das beliebteste Kommunikationsmittel der Silver Surfer, zudem bevorzugen sie sogar den Austausch per Mail dem persönlichen Gespräch.
  • Die Silver Surfer nutzen den Internetdienst What’s-App bis auf die Funktion des Gruppenchats gleich oft wie die jüngere Altersgruppe der Digital Immigrants.
  • Je älter unsere Befragten sind, desto eher besitzen sie mehrere Mail-Adressen.
  • Bei Facebook kennen im Vergleich bloss 60% der Silver Surfer (und somit am wenigsten aller Altersgruppen) mehr als drei Viertel ihrer Freunde persönlich. Wir sind uns nicht sicher, ob die Frage hier falsch verstanden wurde.
  • Der Freundeskreis aus Facebook besteht bei Silver Surfern hauptsächlich aus Familienmitgliedern.
  • Skype wird von allen Altersgruppen aus reiner Gewohnheit weniger genutzt. Das Telefon bleibt das beliebtere Kommunikationsmittel.

 

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Mit der ganzen Familie auch online in Kontakt : die ältere Generation nutzt Facebook, um mit den Kindern oder Enkeln in Verbindung zu bleiben.

Grafik: Jennifer Abgottspon

Die sechs von uns im Voraus gebildeten Hypothesen konnten nach der Auswertung nicht allesamt bestätigt werden. Wir mussten feststellen, dass wir die Silver Surfer deutlich unterschätzt hatten. Zum einen vermuteten wir, dass je älter eine Person ist, desto geringer auch ihr Besitz an technischen Geräten sein wird, was nun mit unserer Umfrage deutlich widerlegt wurde. In Sachen Besitz steht die ältere Generation den Jüngeren in nichts nach. Auch bei den Fragen zu Facebook wurden wir überascht, da wir davon ausgingen, dass Senioren ihre Kontakte häufiger auch persönlich kennen als die anderen Altersgruppen. Hierbei könnte es sich aber zudem um ein Missverständnis bei der Frage handeln, da sie allenfalls zu kompliziert gestellt wurde. Laut unserem Ergebnis würde der Grossteil der Silver Surfer weniger als 25% ihrer Facebook-Bekanntschaften regelmässig treffen. Bei Skype zeigte sich sogar, dass es genau umgekehrt ist. Hier wurde vermutet, dass v.a. die Älteren eher zum Telefonhörer greifen, als per Skype zu kommunizieren. In unserer Umfrage ergab sich, dass die Silver Surfer den Internetdienst noch am ehesten bevorzugen.

Statistik3
Gar nicht so altmodisch wie vermutet, die Silver Surfer. Sie nutzen Skype noch eher als ihre jüngeren Vergleichspersonen.

Grafik: Andrey Burnashev

Die Umsetzung dieser Online-Umfrage war für uns alle eine spannende Erfahrung, v.a. da wir sie gleich auf unser Blog-Thema beziehen konnten. Obwohl wir uns dafür schon intensiv mit dem Thema beschäftigten und dabei viele Aha-Erlebnisse hatten, zeigte sich bei dem Fragebogen, dass auch wir noch ein zu konservatives Bild gegenüber der Generation 57+ hatten.

App in ein gutes Leben!

Apps, diese kleine Helferchen, die auf Smartphones, Tablets und Co. das Leben von Millionen von Menschen unterstützen, bereichern und ausfüllen. Apps, die es für (fast) alle Lebenslagen gibt und das oft noch in vielen verschiedenen Versionen. Apps, die es in einer unwahrscheinlichen Fülle gibt – in den beiden führenden App Stores von Apple und Google finden sich weit über eine Million Apps. Und doch: Apps für Senioren sind rar.

Natürlich können Senioren und Seniorinnen die Millionen vorhandenen Apps nutzen (und sie machen es auch!), natürlich ist ein Grossteil der Apps (von der Game-App bis zur Kalender-App) für alle Generationen gedacht und gemacht – doch warum wird nur selten auf Bedürfnisse dieser Altersgruppe eingegangen? Der Anteil der über 65-Jährigen, die in der Schweiz ein Smartphone oder Tablet haben steigt (Seifert/Schelling 2015). Da liegt ein grosses Potenzial für den App-Markt ziemlich brach. Florian Hübner, Entwickler der App «Seniorenchat» erklärt das so:

Denn Hübner hat schnell erkannt, dass sich das Angebot von Apps für Senioren in engen Grenzen hält und es sich um ein „für viele Unternehmen unattraktives Segment“ handelt: „Der Markt ist relativ groß, aber es fokussiert sich alles auf die Jugend.“(merkur.de, 29.3.16)

Ich habe mich für unsere Schulung selber auf die Suche nach spezifischen Apps für Senioren gemacht und habe dabei doch einiges erfahren, aber auch begriffen. Hier einige der vorgestellten und diskutierten Apps:

  • Are you okay?: Mit dieser App können durch einen Klick vordefinierte Meldungen wie(«Not well», «fine» etc.) an einen eingestellten Kreis von Personen versendet werden.
  • Magniscope: Durch die Kamera Text wie mit einer Lupe vergrössern? Idee ist gut, funktioniert leider nicht zuverlässig und braucht ziemliche Übung.
  • Silverline: Beispiel einer vereinfachten, integrierten Bedienungsoberfläche. An einem zentralen Ort sind alle wichtigen Funktionen versammelt. Hilfreich für Neulinge, die nur die eingeschränkten Möglichkeiten eines mobilen Geräts nutzen möchten.
  • Silver Surf: Browser für Senioren. Die Symbole sind zwar grösser, die zu grosse Anzahl an Symbolen, die Verzerrung der Webinhalte und Mängel in der Bedienung machen die gute Idee aber zunichte. Weniger wäre mehr.
  • My Secretary: Gute, einfach bedienbare Speech-to-text-App, die ein flexibles Weiterleiten der Nachrichten ermöglicht.
  • NZZ E-Paper: als Beispiel der vielen Lese-Apps (Bücher, Zeitschriften, Zeitungen). Die Bedienung ist ziemlich einfach. Leider ist die maximale Schriftgrösse relativ klein.
  • Tablet Basics: Gut gemachtes, geführtes Einführungs-Tutorial in die Bedienung des iPads. Nur in Englisch verfügbar.
  • Neuronation: Gedächtnistraining-App. Nicht nur für Senioren, macht allen Spass.

Erkenntnis

Doch welche Bedürfnisse haben Senioren und Seniorinnen eigentlich? Das herauszufinden, war das Ziel des Projekts MOBISENIORA. Neben den inhaltlichen Aspekten der Apps, so sind Medizin, Gesundheit, Wohnen und Kontakte wichtige Themen (und hier muss die Entwicklung von speziellen Apps ansetzen), ist vor allem die Bedienbarkeit der Apps entscheidend (Amann-Hechenberger et al. 2015). Die im Rahmen des Projekts entstandene Guideline für die App-Entwicklung macht deutlich, dass es um lesbare Schriften, klare Benutzerführung, einfache Texteingabe, leicht erkennbare, gut zu treffende Icons und Links sowie Hilfestellung innerhalb der App geht. Wünschen wir uns das nicht alle?

«Passt man Apps an die Bedürfnisse von SeniorInnen an, erhöht das die einfache Bedienbarkeit für ALLE Zielgruppen.» (Mobiseniora.at)

mHealth als Chance für Senioren

Das Internet dient heute vielen Menschen als Informationsquelle, wenn es um Themen der Gesundheit geht. Kaum einer, der noch nicht nach Symptomen gegoogelt, Gesundheitsforen besucht, nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten gesucht oder einfach bei Wikipedia ein Krankheitsbild nachgeschlagen hat.  Gesundheits- und Medizin-Apps, Self-Tracking-Armbänder und Smartwatches sind allgegenwärtig. Wir messen damit unsere Schritte, unsere Kalorienzufuhr, unseren Schlaf und verwalten unsere Gesundheitsdaten. Darum und noch um einiges mehr geht es bei mHealth, das für mobile Health, also mobile Gesundheit, steht und von der WHO wie folgt definiert wird:

„(…) medical and public health practice supported by mobile devices, such as mobile phones, patient monitoring devices, personal digital assistants (PDAs), and other wireless devices. mHealth involves the use and capitalization on a mobile phone’s core utility of voice and short messaging service (SMS) as well as more complex functionalities and applications including general packet radio service (GPRS), third and fourth generation mobile telecommunications (3G and 4G systems), global positioning system (GPS), and Bluetooth technology.“

Wer sich ausführlicher mit dem Thema mHealth und eHealth befassen will, dem sei der Blog about eHealth unserer Mitstudierenden empfohlen oder die Studie der WHO, aus der das Zitat stammt.

Aktuelle Studien haben nicht nur gezeigt, dass Senioren und Seniorinnen im Internet nach Gesundheitsthemen suchen, sondern auch, dass sie immer mehr mobile Geräte wie Smartphones und Tablets nutzen. Da ist der Schritt zur Gesundheit- oder Medizin-App nicht weit. Zumal mHealth eine Chance sein kann, wenn es darum geht selbständiger zu sein und in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Eine App kann vieles; sie erinnert an die Medikamenteneinnahme oder setzt bei einem Sturz automatisch einen Notruf ab, sie ist ein digitaler Diabetes Assistent, der nicht nur die Werte überwacht sondern auch Ernährungstipps gibt, sie erfüllt eine Tagebuchfunktion zum einfachen festhalten und überprüfen von Gesundheitswerten oder ist einfach ein Ansporn zu mehr Bewegung und Fitness. Darüber hinaus kann der Einsatz von Apps auch die Kommunikation mit Ärzten vereinfachen. Im folgenden werden drei mHealth Produkte vorgestellt, die für die ältere Generation entwickelt wurden. Weitere Informationen wie Testberichte zu mHealth Produkten bietet die Plattform HealthOn.

Im Rahmen einer kleinen Studie wurde die App My Therapy getestet. Sie bietet nebst der Funktion eines Medikamenten-Weckers auch eine Möglichkeit zur Dokumentation von Vitalwerten und des Therapieverlaufs. 30 chronisch kranke Senioren benutzen sie während vier Wochen. Die Ergebnisse zeigten, dass nebst dem Ziel der regelmässigen Medikamenteneinnahme sich auch das psychische Wohlbefinden der Patienten und Patientinnen verbesserte.

Bei der neu entwickelten App B-Cared handelt es sich um eine Notruflösung für alleinlebende Senioren und Seniorinnen. Es ist als Ersatz für das Notrufarmband gedacht. Auf drei verschiedene Arten kann der Notruf ausgelöst werden: automatisch, mittels eingebautem Sturzsensor, manuell und ebenfalls automatisch, falls der OK Button zur vorgesehenen Zeit nicht gedrückt wird. Diese App funktioniert auch wenn das Smartphone defekt ist oder keine Internetverbindung besteht.

Smartwatches, die zu den Wearables gehören, lassen sich einzeln oder in Verbindung mit anderen Geräten im mHealth-Bereich einsetzen. Bereits heute gibt es zahlreiche Apps aus dem Gesundheitsbereich, für diese Devices. Im März 2016 wurde ein Patentantrag von Apple gutgeheissen. Mit diesem System soll eine Smartwatch mittel Pulsmsessung in der Lage sein, einen Herzinfarkt zu erkennen und selbständig einen Alarm auszulösen.

Wie immer im Gesundheitswesen ist nichts ohne Risiken und Nebenwirkungen.  Aus der riesigen Fülle von Angeboten, die Richtigen zu finden ist nicht einfach. Nicht alles, was als Gesundheitsapp daher kommt, ist auch gesund. Nebst den grossen qualitativen Unterschieden ist auch richtige Umgang mit den Geräten und Apps wichtig.

„Weil allein sein doof ist“ – Partnersuche für Senioren im Internet

Mit dem Slogan «Allein sein ist doof» wirbt die Online Datingplattform date a rentner seit Frühjahr 2016 um Singlefrauen und -männer 60plus. Die Plattform ist eine von mittlerweile vielen Singlebörsen, welche sich speziell an die reifen Semester wenden. Genannt werden sie «reife Persönlichkeiten» (zweiterfruehling.ch), «Erwachsene in ihren besten Jahren» (datearentner.ch), «Singles der Generation 50plus» (date50.ch), oder «Senioren und Singles ab 50» (50plus-treff.ch). Die Zielgruppe ist jeweils die gleiche: Ältere Menschen, welche sich nach Trennung, Spätscheidung oder Verwitwung nach einer festen Partnerschaft oder Bekanntschaft sehnen.
Laut der Studie «Der Online-Dating Markt in der Schweiz 2014-2015» begaben sich 2015 monatlich rund 660‘000 Schweizer online auf Partnersuche, gut 15% mehr als noch 2012. Der Anteil der Silver Surfer nimmt dabei stetig zu. Sie profitieren von den neuen Möglichkeiten der virtuellen Partnerkataloge besonders.

Die Singlebörsen unterscheiden sich in den Kosten und der Sicherheit bzw. der Seriosität. Zweiteres ist für die ältere Generation der Onliner ein sehr wichtiges Kriterium. So erstaunt es denn auch wenig, dass bei date a rentner „Qualität und Sicherheit gross geschrieben werden, sämtliche Profile geprüft und die Daten sicher auf einem Schweizer Server liegen.“ Weiter versichert die Plattform, dass es bei ihnen „keine versteckten Kosten und keine Abofallen“ gebe. Bei so viel geprüfter Sicherheit kann ja wenig schiefgehen – meint man. Trotzdem kommt es immer wieder zu unschönen Überraschungen. So berichtet beispielsweise eine 71jährige Schweizer Online Dating Nutzerin von einem «sehr begabten Charmeur», welcher neben Rosen und vielen Schmeicheleien «erstaunlich schnell auf den Wert ihres Wohn- und Ferienhauses zu sprechen kam sowie auf den möglichen Erlös bei einem allfälligen Verkauf der beiden Immobilien»…. (Keel, 2015, S.13).

Bevor wahllos eine Plattform ausgewählt wird, lohnt es ich sich also, sich vorgängig zu informieren. Das empfiehlt auch die Pro Senectute Kursleiterin Diggelmann Doris ihren älteren Kursteilnehmenden. Zum vierten Mal hat sie im Herbst 2015 in Bern den Kurs «Traumprinz im Internet?» angeboten. Dieser Kurs richtet sich speziell an Frauen im Seniorenalter, welche in die Geheimnisse des Online-Datings eingeführt werden möchten. Eine der Teilnehmerinnen war auch die 79jährige Käthy Gerber, welche im Internet nach der grossen Liebe sucht (Video Srf). Foto: Wolfgang, 2008 (verfügbar unter: flickr.com)

Bei den Kursen stellte Diggelmann ernüchtert fest, dass es den Frauen nicht primär an Computerkenntnissen fehlt, sondern am Sich-Verkaufen-Können. Die weibliche schamvolle Zurückhaltung ist (noch) omnipräsent. Sie betont jedoch auch, dass man deutlich spüren könne, dass das Selbstwertgefühl mit jedem Jahrgang steige. Das stimmt positiv. Verkaufen müssen sich die Frauen auf den Plattformen nämlich können, wollen sie Erfolg haben: Demographisch bedingt (Stichwort Lebenserwartung) gibt es um einiges mehr weibliche Profile als männliche.
Ihre Wünsche gezielt zu formulieren fällt aber vielen älteren Frauen sehr schwer: «Viel zu schnell haben ältere Frauen das Gefühl, ein deutlicher Wunsch – zum Beispiel keinen pflegebedürftigen Mann zu suchen – wirke anmassend.» (Diggelmann Doris)

Viele der älteren Generation geben auch nicht gerne zu, sich auf Singlebörsen zu tummeln und verheimlichen dies oftmals sogar vor ihren Kindern und Freunden. Diese Verheimlichung scheint aber ungerechtfertigt, würden Söhne und Töchter, so Keel (2015, S.12), „in der Regel positiv reagieren“, wenn ein Elternteil nach dem Tod oder Scheidung des Ehemannes im Internet wieder ein «Gspänli» fürs Alter sucht. Kinder würden ihren Eltern auch oft helfen beim Einrichten eines Profils in einer Dating-Plattform oder beim Zurechtfinden darauf.

Mut und Ausdauer, ein dickes Fell und Enttäuschungen wegstecken können – diese Eigenschaften braucht Senior/-in, damit nach Auslaufen des (ersten) Abos nicht resigniert die Hoffnung nach dem zweiten Frühling endgültig aufgegeben wird.

Endspurt für die tablet heroes!

Das viele Üben und die rauchenden Köpfe haben sich gelohnt! Mit einem Postenlauf geht der letzte Kurstag der tablet heroes zu Ende und auch der Workshop in Rüti hat wieder neue Helden am Tablet hervorgebracht.

Nachdem sich die Teams für die individuelle Fragestunde getroffen hatten und so nochmals alle noch offenen Fragen stellen und auf persönliche Interessen eingehen konnten. Einerseits wurden da viele Fragen zu den verschiedenen Apps gestellt, vor allem das SBB-App wollte von einigen genauer betrachtet werden und auch die Navigation war nochmals ein Thema „Also wie komme ich nochmals auf diese Seite wo ich dann ….“.

 

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„Kannst Du uns bitte nochmals zeigen, wo man die Schriftgrösse anpassen kann?“ Am letzten Kurstag wurden die jungen Leiter nochmals für allerlei Tablet-Fragen zu Rate gezogen.

Foto: Anina Peter (verfügbar unter: Infoklick.ch)

Und jetzt können nun alle beweisen, wie gut sie bei den letzten beiden Terminen aufgepasst haben. In der Bibliothek werden 5 Posten mit verschiedenen Aufgaben platziert, wo sich jedes Team durcharbeiten muss, um am Schluss den Titel tablet hero erhalten zu können. Die Seniorinnen müssen für den erfolgreichen Abschluss eine Sprachaufnahme verschicken, ein Cloud-System verwenden, die Onleihe benutzen, Online-Ratgeber aufrufen und eine Postkarte mit der Post-App versenden. Mehr zum Thema unter Infoklick.ch

So ganz seriös wurde die Aufgabe jedoch nicht von allen Teilnehmerinnen gelöst. Einige nutzten die Zeit lieber, um mit ihrem Kursleiter nochmals ein paar individuelle Gerätefragen zu klären und waren so vollends zufrieden. Der Postenlauf deckt mit seinen Aufträgen ein breites Spektrum der Gerätebedienung ab, aber nicht alle wollen das Tablet von A bis Z anwenden können und beschränken sich auf die für sie wichtigsten Funktionen. Der Rest wird vorerst links liegen gelassen getreu dem Motto: „Bis hierher und nicht weiter!“

Das Feedback am Ende des letzten Kurstages ist durchwegs positiv und die Dankbarkeit bei den Seniorinnen ist überaus gross. Vor allem die Arbeit im Zweierteam wird hoch gelobt. So konnte nämlich das Tempo individuell angepasst werden und nur Themen von persönlichem Interesse wurden genauer angeschaut, was für alle hilfreich war. Eine Seniorin hat sich auch sogleich für den nächsten Kurs, welcher voraussichtlich im Herbst stattfinden wird, angemeldet. Auch die Bibliothek darf vom Workshop in Form neuer Nutzerinnen profitieren, denn durch ihr Onleihe-Angebot wird sie nun auch für die neuen tablet heroes interessant.

So, der erste Durchlauf ist im Grossen und Ganzen gut geglückt. Während der Kurse stockte unser WLAN leider immer wieder und die Teams kamen nur langsam im Internet voran. Ich hoffe, dies kann bis im Herbst verbessert werden! Ansonsten verlief der Workshop ohne weitere Zwischenfälle. Auch für mich war es jedes Mal spannend, während der Workshops vor Ort mit dabei zu sein und den Teams ein wenig über die Schulter gucken zu können, sowie im persönlichen Gespräch interessante Dinge zu erfahren.

Was bisher geschah: Hier finden Sie den 1. und 2. Blogbeitrag zu den tablet heroes.

Projekt Silberwissen – Senioren schreiben an der Wikipedia

Silberwissen

„Die wachsende Zahl von aktiven älteren Menschen, ihre Lebenserfahrung und ihr Wissen, stellen ein Potenzial dar, das für die Online-Enzyklopädie Wikipedia besser genutzt werden sollte.“ (Richter Pavel, Geschäftsführer Wikimedia Deutschland, thirdageonline.eu)

„Projekt Silberwissen-Logo“, Pung Johanna, 2011 (verfügbar unter: wikimedia.org)

Ältere Menschen verfügen über grosse Erfahrung und einzigartiges Wissen, welches verloren wäre, würde es nicht an die nächste Generation weitergegeben. Wikipedia als freie Internetenzyklopädie, böte hier eine perfekte Plattform, um eben dieses Wissen zu bündeln und den Erfahrungsschatz von Senioren „haltbar“ zu machen.

Es wurde jedoch festgestellt, dass die Älteren (50plus) unter den Autor(inn)en der Wikipedia deutlich unterpräsentiert sind. Dementsprechend fehlt auch das Wissen dieser Altersgruppe in der Wikipedia. Aus diesem Grund hat Wikimedia Deutschland im Oktober 2010 das Projekt Silberwissen im Rahmen des übergeordneten Projekts Third Age Online (TAO) ins Leben gerufen. Das bis Ende 2012 dauernde Projekt setzte sich dafür ein, dass Senioren an die Internetenzyklopädie herangeführt werden und möglichst viele ältere Menschen als Wikipedianer gewonnen werden.

Aber wie können Menschen, für welche das Internet, geschweige denn das Wort „Kooperative Zusammenarbeit“, zumeist ein Novum darstellt, überhaupt dazu gebracht werden, ihr Wissen in der Wikipedia zu teilen?  Im Projekt Silberwissen geschah das Gewinnen, Motivieren und Aktivieren der Senioren als längerfristige Wikipedia-Autor(inn)en mittels dreier „Module“, auch Workshops genannt. Diese konnten je nach Bedarf in Anspruch genommen werden.

An einer Erstveranstaltung informierten und motivierten Wikipedia-Autor(inn)en die älteren Menschen, mitzumachen und sie für die Idee des Freien Wissens zu begeistern. Auch wurde versucht, Ihnen die Angst und das oftmals vorherrschende Unverständnis ob der dezentralen Arbeitsweise der Wikipedia (als „chaotische Zusammenarbeit“ bezeichnet), zu nehmen. Gewonnen wurden die Teilnehmer, indem bestehende Netzwerke wie Seniorenbildung, Volkshochschulen oder Vereine, welche einen hohen Anteil älterer Menschen aufwiesen, angeschrieben und zu den Veranstaltungen eingeladen wurden. Ziel war es, möglichst viele ältere Menschen anzusprechen.

Silberwissen.jpg „Silberwissen-Workshop mit Chronisten“, 2011. Foto: Schmidt Elvira (verfügbar unter: wikimedia.de)

In einem weiteren Workshop wurde der (kleine) Kreis noch verbleibender interessierter Senioren dann an das Editieren in der Wikipedia herangeführt. Dabei sahen sich die Teilnehmenden einigen Herausforderungen gegenüber: Zum einen die neue und unbekannte Nutzeroberfläche im Bearbeitungsmodus (Wiki-Syntax), die hohen inhaltlichen und formalen Anforderungen, welche an einen Wikipedia-Artikel gestellt werden, sowie der sicheren Fertigkeiten im Umgang mit PC und Internet, welche eine wichtige Voraussetzung für eine Beteiligung als Wikipedia-Autor(in) darstellt. Von den Kursleitern wurde viel Geduld und Verständnis eingefordert. Auch war es äusserst wichtig, den Senioren individuelle Beratung anbieten zu können.
Im dritten und letzten Modul wurden fortgeschrittenere Themen wie das Hochladen eigener Fotos und das Verknüpfen mit Artikeln behandelt sowie grundlegende Informationen zu freien Lizenzen gegeben.

Zum Abschluss des Projekts Silberwissen stimmten sowohl die Referenten als auch die Teilnehmenden damit überein, dass drei Veranstaltungen für die Mehrheit nicht ausreicht um in die Wikipedia einzuführen und während der ersten Schritte zu begleiten. Viele Fragen, so stellte man fest, entstehen erst mit einer höheren Aktivität.

Rund 50 Prozent der Teilnehmenden waren nach Abschluss des jeweiligen Kurses der Auffassung, weiterhin bei Wikipedia tätig sein zu wollen. Dieses Ergebnis zeigt, dass Silberwissen durchaus ein erfolgreiches Projekt war. Mit dem Projekt  hat die Wikimedia Deutschland Neuland betreten. Die Erfahrungen, welche in diesem Projekt gemacht wurden, fliessen jedoch in Wikimedia-Projekte anderer Länder wie aktuell der Niederlande oder Polen, mit ein.

Quellen: Schmidt Elvira, 2013, S.97-105 sowie Richter Pavel, 2012, S.330-337

Zuhause wohnen dank intelligenter Technik

Die Schweizer Bevölkerung wird immer älter. Bis im Jahr 2030 wird jede vierte Person in der Schweiz über 65 Jahre alt sein, rund 700’000 gar über 80 Jahre. Dabei ist das Bedürfnis gross, möglichst lange, möglichst unabhängig in den eigenen vier Wänden zu wohnen (Stichworte: „zuhause alt werden„, „ageing in place“ und „ambulant vor stationär„). Dabei hilft nicht nur die passende bauliche Gestaltung der Wohnung (Stichwort: Hindernisfreiheit), sondern immer mehr auch die Integration von smarter (Gebäude-)Technik. Denn hat man eine Technik in der Wohnung, die mitdenkt, mithilft und unterstützt, lässt es sich länger eigenständig und doch bequem leben. Das Stichwort hier heisst AAL.

Ambient Assisted Living (AAL), zu Deutsch etwa umgebungsunterstütztes Leben, meint das Einrichten einer unterstützenden, intelligenten Umgebung. Fenster, die sich selber öffnen und schliessen, Raumtemperaturen, die sich selbständig anpassen, Beleuchtungen, die sich ein- und ausschalten oder zentral regeln lassen  – erinnert alles an das Konzept von Smart Homes (wer mehr dazu erfahren möchte, sei der Blog von unseren Mitstudentinnen empfohlen, insbesondere auch ihr Beitrag zu AAL). In der Tat haben die Konzepte viele Berührungspunkte. Bedeutet die sensorgesteuerte Regelung von Raumklima, Beleuchtung, Unterhaltung etc. besonders auch für ältere Menschen eine angenehme Entlastung, bieten die intelligenten Assistenzsystemen (das müssen keine Roboter sein) in AAL-Umgebungen zusätzliche aufs Alter zugeschnittene Unterstützung.

Da es unzählige Projekte, Produkte und Ideen gibt, stelle ich im Folgenden das Projekt DALIA (Daily Life Activities at Home) vor. Durchgeführt wurde es 2012-2016 von einem internationalen Konsortium, beteiligt war auch das iHomeLab der Hochschule Luzern (weitere AAL-Projekte hier). Das ziemlich hohe Ziel des Projekts lautet:

“It is estimated that in 2060 more than a quarter of the European population will be older than 65 years. Consequently, more people will become care-dependent. In most of the cases relatives take the biggest share in caring for their beloved. However, taking care of relatives is often connected to burdens. With our solution DALIA we want to solve that problem.”

Doch wie stellen sie sich das vor? Die Lösung des Problems: ein persönlicher virtueller Assistent. Integriert in ein individuell anpassbares System (abrufbar auf Tablet, Smart TV…), ist er die zentrale Ansprechperson. Dank seiner menschlichen Erscheinung und dank seiner Fähigkeit per Sprache zu interagieren, senkt er die Hemmschwelle gegenüber der Technik und soll vor allem intuitiv bedienbar sein – auch für Personen die nicht technikaffin sind. DALIA fasst in einer einzigen Plattform verschiedenste Anwendungen zusammen. Diese gehen von E-Health-Anwendungen (Gesundheitstracking, Medikamenteübersicht), über Kommunikations- und Erinnerungsfunktionen (Telefon, Kalender) und einer Notruffunktion (die selbst Stürze erkennt) bis zu einer anpassbaren Toolbox (z.B. Lokalisieren von verlorenen Dingen). Authorisierte Personen, wie Verwandte, Pflegepersonal, medizinische Dienste, können schnell und einfach auf Daten zugreifen bzw. in das System eingreifen.

Zentral bei vielen AAL-Umgebungen ist, dass es sich um selbstlernende, mitdenkende und integrierte Systeme handeln. Sie bieten nicht nur massgeschneiderte Problemlösungen an, sondern binden oftmals auch weitere Personen und Dienstleister ein (wie Verwandte, Nachbarn, Sicherheitsunternehmen, telemedizinische Zentren). Wichtig ist aber, all die Sensoren, Tools und Dienstleistungen sind nicht für das gute Gewissen von Angehörigen gedacht, sondern sie sollen den Senioren und Seniorinnen, die mit ihnen leben und ihre Wohnung teilen, ein selbstbestimmtes, sicheres Leben ermöglichen. Die Akzeptanz des Systems ist daher wichtig, aber durch das steigende Interesse von älteren Menschen an Internet, PCs und Co. wird der Markt für die Entwicklung von smarten Lösungen für den Smart Senior bedeutsamer und aussichtsreicher. Der Gewinn an Lebensqualität und Selbstbestimmtheit überwiegt dann auch die permanente Überwachung – jedenfalls nach Jäkel (2015, S. 65-73).

Social Media und die Generation der Silver Surfer

Immer mehr Menschen im Seniorenalter nutzen heute das Internet. Dabei spielen soziale Medien eine zunehmend wichtige Rolle; sowohl für die Nutzenden als auch für die Anbieter. Denn die Silver Surfer sind nicht nur eine kontinuierlich wachsende Gruppe, sondern auch eine tendenziell finanzstarke. Die Nutzung Sozialer Medien durch ältere Menschen ist vielfältig und beschränkt sich nicht auf die Angebote, die speziell auf ihre Zielgruppe zugeschnitten sind. Die heutigen Silver Surfer schreiben bei Wikipedia mit,  unterhalten eigene Weblogs, nutzen Facebook und Twitter. Gerade Facebook erfährt einen grossen Zulauf von älteren Menschen. Die Anzahl der Facebook User über 55 Jahre wuchs in den Jahren zwischen 2011 und 2014 um 80% an (SRF Kultur 2016). Eine aktuelle Studie der Universität Pennsylvania hat das Verhalten von Menschen ab dem 60 Altersjahr auf Facebook untersucht. Laut der Studie sind nebst der Neugierde an der Technologie vor allem die Möglichkeit Kontakte über die eigene Altersgruppe hinaus pflegen zu können Gründe für ein Facebookprofil (siehe auch motherboard).

Social Media Plattformen bieten älteren Menschen einen Mehrwert und können einen Beitrag gegen die Vereinsamung leisten. Zeit- und ortsungebunden bieten sie ihnen die Möglichkeit an der digitalen Gesellschaft teilzuhaben. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Social Media Angebote, die sich speziell an die ältere Generation wenden. Sie sind inhaltlich und vom Design her auf ältere Menschen zugeschnitten und bieten einen geschützten Rahmen in dem die Älteren unter sich sein können. Schwerpunktmässig befassen sie sich mit Themen aus der Lebenswelt der Senioren und Seniorinnen, wodurch sie eine Verbindung zwischen digitaler und realer Welt schaffen (siehe Narr 2013, S. 41) .  Diese Verbindung wird dadurch noch gestärkt, dass viele dieser Plattformen die Menschen nicht nur virtuell miteinander vernetzten, sondern auch durch lokale Gruppentreffen und -aktivitäten in der realen Welt verbinden. Es geht weniger Likes und Selbstdarstellung, als um soziale Kontakte über das Internet hinaus.

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Foto: mkhmarketing, 2013 (verfügbar unter: flickr.com)

Eine generationsübergreifende Plattform ist sozialkontakt.ch. Das Anliegen dieser Seite ist es, Menschen mit gleichen Interessen ortsgebunden zusammenzuführen. Mittels eines Online-inserats kann man sich und seine Interessen präsentieren. Die Webseite spielt  lediglich die Rolle des Vermittlers. Gleichgesinnte finden sich zwar online, die gemeinsamen Aktivitäten finden jedoch in der realen Welt statt. Das Ziel der Betreiber ist es Sozialkontakte zu fördern und damit etwas gegen die Vereinsamung beizutragen.

Seniorbook.de richtet sich seit 2012 an Menschen ab dem 50. Lebensjahr aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Die Plattform bietet vieles was auch Facebook bietet wie Chats, Spiele und die Möglichkeit private Nachrichten zu verschicken. Hinzu kommt eine Vielzahl an redaktionell aufbereiteter Information zu verschiedenen Themen. Wie schon bei sozialkontakt.ch spielt auch hier das Offlineleben eine wichtige Rolle. Mitglieder haben die Möglichkeit sich für gemeinsame Aktivitäten in regionalen Nutzergruppen zu treffen. Noch stärker auf regionale Offlineaktivitäten setzt die bereit 1998 gegründete Plattform feierabend.de.

Wenig Interaktivität dafür ein weites thematisches Angebot an redaktionellen Beiträgen bieten die Seniorenblogger. Täglich wird hier von Senioren und Seniorinnen zu Gesundheit, Sport, Wohnen und vielem mehr gebloggt. Nebst Beiträgen zu Themen wie Treppenlifte und Inkontinenz finden sich auch Tipps für professionelles Webdesign oder die Anmeldung eines neuen Autos per Internet. Wer nicht selbst mitbloggt, kann Kommentare hinterlassen.

Speziell mit der Lebenswelt älterer Frauen befasst sich grossmuetter.ch, Plattform und Think Tank für Frauen im Grossmutteralter. Der Name mag bei einigen die Assoziation einer Plattform zum Austausch von Kuchenrezepten, Strickmustern oder Tipps zur Enkelkinderbetreuung wecken. Das trifft jedoch so gar nicht zu. Im Fokus steht das gesellschaftliche und politische Engagement der Frauen. Es gibt weder persönlichen Profile noch Chats, dafür viele Arbeitsgruppen, Projekte und Foren zur offline Teilnahme, aktuelle Studien, Berichte und vieles mehr.