„Live fast, die young“ – die Rebel Ager erfinden das Alter neu

Ein weiteres, von der GDI-Studie Digital Ageing (Samochowiec et. al. 2015) entworfenes Szenario des Alterns ist das Rebel Ageing. Im Gegensatz zu den Conservative Ager, welche vor allem die Bewahrung anstreben, sind die Rebel Ager im höchsten Masse wachstumsorientiert: Sie sind offen für Neues, wollen neue Fähigkeiten erlernen, neue Menschen kennenlernen, Sport treiben, reisen,…., konsumieren, konsumieren, konsumieren. Und das alles im Pensionsalter! In diesem nämlich sehen sie nicht das Anfang vom Ende sondern die Chance, alles dasjenige zu tun, auf welches sie Zeit ihres Arbeitslebens keine Zeit gehabt haben.

So wundert es auch wenig, dass die Rebel Ager nichts mit dem Wort „Alt“ anfangen können. Mit diesem identifizieren sie sich nämlich überhaupt nicht. Im Gegenteil: Sie fühlen sich jung und glauben ein hohes Alter zu erreichen. Wie die Umfrageresultate der GDI-Studie Digital Ageing (Samochoview et al. 2015, S.45) zeigen, haben diejenigen Pensionäre, welche ebendiese Einstellung haben und nicht denken, die besten Jahre seinen bereits vorbei, eher Wachstumsziele.

Auf neue Technologien wollen die Rebel Ager nicht angewiesen sein. Sie lehnen diese aufgrund ihrer Offenheit jedoch nicht ab und nutzen sie als Mittel zum Zweck: Digitale Technologien werden benutzt, um in der analogen Welt mehr Spass zu haben. Da sie alles dafür tun, um dem Etikett „Alt“ zu entgehen, gehen sie nicht nur mit der Mode, sondern wollen auch stets über die neuste mobile Elektronik verfügen.

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Foto: Wetmount (verfügbar unter: www.pixabay.com)

Obwohl „Selbstverwirklichung“ ganz oben auf der Wunschliste steht, können die Rebel Ager aber durch ihre Offenheit, zeitlichen Flexibilität, grossen Erfahrung und Motivation, etwas zu verändern auch eine grosse Bereicherung für die Gesellschaft sein. Dank dem Internet lassen sich auch unkonventionellere und experimentelle Projekte eher und leichter umsetzten, was diesem Alterstyp entgegenkommt: Mit ein paar Klicks kann man heutzutage ein Bed & Breakfast managen, fremden Menschen beim Zusammenstellen eines lästigen IKEA-Möbels helfen oder einem Menschen am anderen Ende der Welt Sprachkurse erteilen. Ein aktuelles Beispiel aus der Schweiz ist die Online-Plattform Rent a Rentner, wo man Rentnerinnen und Rentner für genau solche Dinge „mieten“ kann. So bieten Sharing-Plattformen, auf welchen Sprachkurse angeboten und in Anspruch genommen werden können genauso wie Kontaktbörsen, wo z.B. Gleichgesinnte für ein Reiseabenteuer zu finden sind den perfekten Nährboden für die Wachstumsbedürfnisse der Rebel Ager.

Auf der einen Seite benötigen die Regel Ager also digitale Technologien um sich selbst zu verwirklichen, auf der anderen Seite geben sie ihnen aber auch die Möglichkeit, sich in der Gesellschaft sinnvoll einzubringen. „Wichtig für eine Gesellschaft ist es, dass sie die Hürden für die Rebel Ager, sich für die Gemeinschaft einzusetzen, verringert.“ (Samochoview et al. 2015, S.48) Denn nur so könne das riesige Potential dieser auch genutzt werden.

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