„Ich bin alterslos, und du?“ – Ageless Ager auf dem Weg zur Unsterblichkeit

Gemäss der GDI-Studie Digital Ageing von Swiss Life gibt es 4 Grundtypen von älteren Menschen, einer davon ist besagter Ageless Ager (Link zum Video von proberentnern.ch), welcher die moderne Technik intensiv nutzt mit dem Ziel, das Alter zu überwinden. Dabei ist gemeint, dass man den Zustand anstrebt, ewig jung und vital zu bleiben, also alle altersbedingten Krankheiten und Gebrechen auszumerzen. Dieser Typ möchte möglichst lange, wenn nicht gar ewig leben können. Biologische Komponenten sollen, um ihr Potenzial noch mehr ausschöpfen zu können, durch künstliche ergänzt werden. Die Möglichkeiten erinnern dabei an einen Science-Fiction Film: man verfügt über einen überstarken Körper und die Gedanken lassen sich direkt mit dem Web verknüpfen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn man von der Extremsituation ausgeht, wäre das ultimative Ziel des Ageless Ager das ewige Leben. Den Begriff des Alters gäbe es dann nicht mehr. Doch was passiert, wenn man wirklich nie sterben würde? Langeweile könnte sich breit machen und man würde die Ablenkung in risikobehafteten Aktionen suchen. Irgendwann hätte man alles erlebt, sich einiges geleistet und wüsste wohl auch ziemlich viel. ((Samochowiec et. al. 2015, S. 58 – 61)

Doch von diesem Szenario, sollte es tatsächlich irgendwann möglich sein, sind wir ja momentan noch weit entfernt. Trotzdem haben viele Firmen und Konzerne das enorme Potenzial dieser Vision vom ewigen Leben erkannt und sich dem verschieben. Allen voran gründete Google vor drei Jahren das Biotechnologieunternehmen Calico, wo Forscher nun daran arbeiten, den Alterungsprozess zu verlangsamen und Medikamente gegen altersbedingte Krankheiten zu entwickeln. Mehr dazu im Spiegel-Artikel.

Unterstützung kriegt der Internetriese dabei von seinem Chefingenieur, Ray Kurzweil, welcher sich mit seinen Arbeiten und Ehrendoktortiteln schon einen einflussreichen Namen gemacht hat. Kurzweil ist sich sicher, dass es bis 2030 möglich sein wird, dass wir mittels Computer-Chips im Gehirn Zugriff auf all unsere Daten in der Cloud haben werden. Das ewige Leben soll dank Transhumanismus erreicht werden, also die Verschmelzung von Körper und Technik. Fehlfunktionen werden durch Chips, unbrauchbare Gliedmassen durch künstliche ersetzt. Der Mensch mutiert langsam zum Roboter. Es liegt auf der Hand, dass diese Vorstellung manch einem nicht behagt. Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema gibt es unter faz.net.

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Alter und Zeit – irgendwann kein Thema mehr für uns?

Foto: Alexander Boden (verfügbar unter: flickr.com)

Daneben hat er britische Altersforscher Aubrey de Grey vor ein paar Jahren die Stiftung SENS gegründet, welche sich ebenfalls der Bekämpfung des Alters verschieben hat. Sein Ziel ist es nicht, bestehende Krankheiten heilen zu können, sondern den gesamten Alterungsprozess zu unterbrechen, welcher letztlich für die Krankheiten verantwortlich ist. Im Alter entstehen nämlich Fehlfunktionen in den Stammzellen, welche zu bösartigen Tumoren mutieren können oder es machen einem Diabetes, sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten zu schaffen. Aubreys Vision sieht nun vor, dass man sich irgendwann regelmässig beim Arzt fitspritzen lassen kann mit Medikamenten, welche die Stammzellen anregen. Durch diese stetige Wartung könnte ein 100-jähriger nach wie vor wie ein 25-jähriger aussehen, ist sich der Forscher sicher.

Doch wollen wir das überhaupt, das ewige Leben? Halb Mensch, halb Roboter sein? Der Gedanke, ewig jung und schön auszusehen und dazu fit wie ein Turnschuh zu bleiben hat natürlich etwas Reizvolles. Keine Beschwerden mehr, keine Krankheiten und die moderne Technik macht einen noch stärker, vernetzter und stattet jeden mit Zusatzfähigkeiten aus. Jeden? Könnte sich das denn jeder leisten? Und was würde passieren, wenn unsere Kinder und Enkel dann auch alle unsterblich wären? Die Ressourcen unserer Erde sind ja jetzt schon teilweise recht ausgeschöpft. Macht das ewige Leben wirklich Sinn? Ein wenig zu hinterfragen schadet bei diesem Thema wohl nicht. Auch der Philosoph Steven Cave steht dem Ganzen kritisch gegenüber.

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