„Darf man da einfach draufdrücken?“ – Start der tablet heroes in Rüti

Nachdem sich am ersten Kurstag die Teams gebildet haben, starten auch sogleich die Tablet-Lektionen. Auffallend dabei ist, dass sich ausschliesslich Frauen für den Workshop angemeldet haben. Also entweder haben die männlichen Rütner Senioren die Geräte schon im Griff oder Tablets sind nicht so ihr Ding. Wer weiss…
Ein weiterer Punkt ist die Gerätewahl: einige der Seniorinnen haben ihr iPad mitgebracht oder gaben an, sich ein Apple-Produkt zulegen zu wollen. Deshalb würden es viele von ihnen vorziehen, die Schulung auf einem iPad zu erhalten. Die Kursleiter, die ein Apple-Gerät besitzen, haben es daher gleich zu Demonstrationszwecken mitgenommen. Die Bedienung auf Apple-Geräten gilt gemeinhin als einfacher, was ein Grund für dieses Bedürfnis sein könnte. Eine Teilnehmerin besitzt zudem schon ein iPhone, weshalb der Kauf des Apple-Tablets natürlich durchaus Sinn macht.

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Nach der Team-Bildung heisst es „an die Tablets – fertig – los!“. Geduldig erklären die jungen Kursleiter, was sich auf dem Gerät so alles einstellen lässt.

Foto: Anina Peter

Während dem ersten gemeinsamen Workshop spaziere ich ein wenig durch die Bibliothek und besuche abwechslungsweise die über den Tablets brütenden Teams. Beim Thema „Einstellungen“ fällt mir auf, dass einige der Damen von der Möglichkeit der Gerätesicherheit in Form eines Passwortes, PINs oder Musters verwirrt sind. Der Nutzen dahinter ist nicht jeder auf Anhieb klar, sowie was denn dadurch für wen alles gesperrt werde. Auch tauchen oft Fragen zur Sicherheit in Form von „Was gebe ich damit alles von mir preis?“ auf. Man fürchtet sich vor unbewussten Online-Einkäufen und dem öffentlich machen sensibler Daten wie der Kontoangaben. Zudem wird bei der Navigation oft nachgehakt, also „wie kommt man denn nochmals genau zu diesem Menü-Unterpunkt?“ und „Wo muss man klicken um diese Einstellung zu tätigen?“. Beim Erkunden des App-Stores sind viele verblüfft, wie gross und vielfältig das Angebot ist. Einige laden sich sogleich ein paar nützliche Apps herunter und probieren sie aus. Während ein paar Teilnehmerinnen schon sehr gewieft mit den Geräten umgehen, sind andere noch eher unsicher und lassen sich von ihren Kursleitern alles in Ruhe vorzeigen.

Die Gründe, weshalb sich die Seniorinnen für den Kurs angemeldet hatten, sind sehr vielfältig. Einige haben ein Tablet geschenkt bekommen und wollen es sich nun einmal in Ruhe erklären lassen, ohne ständig die Verwandtschaft um Rat fragen zu müssen. Eine Teilnehmerin erklärt mir, dass sie nicht mehr so gut sieht und die grössere Schrift, sowie das helle Display auf dem Tablet es ihr endlich wieder ermöglicht, Bücher lesen zu können. Die bessere Lesemöglichkeit wird im Übrigen von einigen erwähnt. Auf dem Tablet lassen sich Texte problemlos heranzoomen, sind übersichtlicher und die Beleuchtung unterstützt die Leserlichkeit. Eine ältere Dame möchte das Gerät vor allem als Fotoalbum nutzen und hat während dem Kurs sogleich ihr gesamtes Bildmaterial (über tausend Fotos) vom Handy aufs Tablet übertragen. Auch eine Fremdsprache zu erlernen ist für eine Teilnehmerin ein Grund, denn sie möchte mit dem Gerät ihre Englischkenntnisse verbessern.

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Gut gelaunt durch den ersten Kurstag. Neben einer Menge Input zu den Geräten bleibt auch genügend Zeit für spannende Gespräche.

Foto: Anina Peter

Als ich so die Gespräche belausche kommt mir auch gleich das Stichwort „Generationenübergreifend“ in den Sinn. Zwischen dem Erklären und der Demonstration der Tablet-Funktionen plaudern die Seniorinnen munter mit ihren jungen Kursleitern und erzählen aus vergangenen Zeiten. Auch das Interesse des Gegenübers ist gross, man fragt einander aus über Gott und die Welt und baut sofort eine sehr freundschaftliche Beziehung zueinander auf. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Kurstag!

Sie wollen mehr zum Kurs erfahren? Lesen Sie hier den ersten Blog-Beitrag über die Tablet Heroes.

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Ein Gedanke zu “„Darf man da einfach draufdrücken?“ – Start der tablet heroes in Rüti

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