Social Media und die Generation der Silver Surfer

Immer mehr Menschen im Seniorenalter nutzen heute das Internet. Dabei spielen soziale Medien eine zunehmend wichtige Rolle; sowohl für die Nutzenden als auch für die Anbieter. Denn die Silver Surfer sind nicht nur eine kontinuierlich wachsende Gruppe, sondern auch eine tendenziell finanzstarke. Die Nutzung Sozialer Medien durch ältere Menschen ist vielfältig und beschränkt sich nicht auf die Angebote, die speziell auf ihre Zielgruppe zugeschnitten sind. Die heutigen Silver Surfer schreiben bei Wikipedia mit,  unterhalten eigene Weblogs, nutzen Facebook und Twitter. Gerade Facebook erfährt einen grossen Zulauf von älteren Menschen. Die Anzahl der Facebook User über 55 Jahre wuchs in den Jahren zwischen 2011 und 2014 um 80% an (SRF Kultur 2016). Eine aktuelle Studie der Universität Pennsylvania hat das Verhalten von Menschen ab dem 60 Altersjahr auf Facebook untersucht. Laut der Studie sind nebst der Neugierde an der Technologie vor allem die Möglichkeit Kontakte über die eigene Altersgruppe hinaus pflegen zu können Gründe für ein Facebookprofil (siehe auch motherboard).

Social Media Plattformen bieten älteren Menschen einen Mehrwert und können einen Beitrag gegen die Vereinsamung leisten. Zeit- und ortsungebunden bieten sie ihnen die Möglichkeit an der digitalen Gesellschaft teilzuhaben. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Social Media Angebote, die sich speziell an die ältere Generation wenden. Sie sind inhaltlich und vom Design her auf ältere Menschen zugeschnitten und bieten einen geschützten Rahmen in dem die Älteren unter sich sein können. Schwerpunktmässig befassen sie sich mit Themen aus der Lebenswelt der Senioren und Seniorinnen, wodurch sie eine Verbindung zwischen digitaler und realer Welt schaffen (siehe Narr 2013, S. 41) .  Diese Verbindung wird dadurch noch gestärkt, dass viele dieser Plattformen die Menschen nicht nur virtuell miteinander vernetzten, sondern auch durch lokale Gruppentreffen und -aktivitäten in der realen Welt verbinden. Es geht weniger Likes und Selbstdarstellung, als um soziale Kontakte über das Internet hinaus.

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Foto: mkhmarketing, 2013 (verfügbar unter: flickr.com)

Eine generationsübergreifende Plattform ist sozialkontakt.ch. Das Anliegen dieser Seite ist es, Menschen mit gleichen Interessen ortsgebunden zusammenzuführen. Mittels eines Online-inserats kann man sich und seine Interessen präsentieren. Die Webseite spielt  lediglich die Rolle des Vermittlers. Gleichgesinnte finden sich zwar online, die gemeinsamen Aktivitäten finden jedoch in der realen Welt statt. Das Ziel der Betreiber ist es Sozialkontakte zu fördern und damit etwas gegen die Vereinsamung beizutragen.

Seniorbook.de richtet sich seit 2012 an Menschen ab dem 50. Lebensjahr aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Die Plattform bietet vieles was auch Facebook bietet wie Chats, Spiele und die Möglichkeit private Nachrichten zu verschicken. Hinzu kommt eine Vielzahl an redaktionell aufbereiteter Information zu verschiedenen Themen. Wie schon bei sozialkontakt.ch spielt auch hier das Offlineleben eine wichtige Rolle. Mitglieder haben die Möglichkeit sich für gemeinsame Aktivitäten in regionalen Nutzergruppen zu treffen. Noch stärker auf regionale Offlineaktivitäten setzt die bereit 1998 gegründete Plattform feierabend.de.

Wenig Interaktivität dafür ein weites thematisches Angebot an redaktionellen Beiträgen bieten die Seniorenblogger. Täglich wird hier von Senioren und Seniorinnen zu Gesundheit, Sport, Wohnen und vielem mehr gebloggt. Nebst Beiträgen zu Themen wie Treppenlifte und Inkontinenz finden sich auch Tipps für professionelles Webdesign oder die Anmeldung eines neuen Autos per Internet. Wer nicht selbst mitbloggt, kann Kommentare hinterlassen.

Speziell mit der Lebenswelt älterer Frauen befasst sich grossmuetter.ch, Plattform und Think Tank für Frauen im Grossmutteralter. Der Name mag bei einigen die Assoziation einer Plattform zum Austausch von Kuchenrezepten, Strickmustern oder Tipps zur Enkelkinderbetreuung wecken. Das trifft jedoch so gar nicht zu. Im Fokus steht das gesellschaftliche und politische Engagement der Frauen. Es gibt weder persönlichen Profile noch Chats, dafür viele Arbeitsgruppen, Projekte und Foren zur offline Teilnahme, aktuelle Studien, Berichte und vieles mehr.

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