Digitales Altern – Begriffsdefinition

Digital Ageing oder zu Deutsch Digitales Altern befasst sich mit dem Thema des Alterns in einer digitalen Gesellschaft. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Alter 60plus aber bereits Menschen ab dem 50. Lebensjahr können zu den sogenannten silver surfern, den digitalen Senioren, gezählt werden. Aktuell haben sich zwei Schweizer Studien mit diesem Thema auseinandergesetzt; die IKT-Studie der Pro Senectute Schweiz und die Studie Digital Ageing der Gottlieb Duftweiler Stiftung im Auftrag der Swiss Life. Sie bilden die Grundlage für diesen Beitrag.

Digitales Altern befasst sich mit Fragen nach dem Umgang älterer Menschen mit den Informations- und Kommunikationstechnologien. Nebst der Internetnutzung geht es auch um Themen wie digitale Technologie, die den Alltag von älteren Menschen verändern und allenfalls erleichtern kann, um Unterstützung in medizinischen Belangen und um Plattformen und soziale Netzwerke, die auf diese Altersgruppe zugeschnitten sind.

Wir leben in einer Zeit, in der digitale Technologien immer mehr unser Leben bestimmen. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung, die Grenzen der einzelnen Lebensabschnitte vermischen sich, die Dreiteilung Ausbildung, Arbeit, Ruhestand ist nicht mehr die Norm.  Gelernt wird heute nicht mehr nur in Schule und Ausbildung, sondern lebenslang. Eine pauschale Antwort auf die Frage, ab wann jemand alt ist, gibt es nicht.

Heute lässt sich von einer digitalen Spaltung der Generationen sprechen, ein digital Gap zwischen jung und alt, der mit einer gesellschaftlichen Ausgrenzung einhergehen kann. Aktuelle Studien zeigen, dass die Nutzung neuer Technologien im Alter von zahlreichen Faktoren abhängt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die soziodemographischen Faktoren wie Bildung, Einkommen oder das Geschlecht, die Technikbiographie oder ganz Einfach die Tatsache, ob man einen Computer besitzt oder nicht. Die  Studie der Pro Senectute aus dem Jahr 2015 konzentriert sich auf die Internetnutzung von Senioren und Seniorinnen in der Schweiz und unterscheidet zunächst grob in zwei Kategorien, die Onliner und die Offliner. Diese werden jeweils in drei ausdifferenzierte Untergruppen eingeteilt. In der  GDI Studie  wird von vier zukünftigen Szenarien des Alterns ausgegangen. Vom Conservative Ageing, bei dem alles so bleiben soll, wie es ist bis zum Ageless Ageing, das wachstumsorientiert ist und künftige Technologien nutzen wird.

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„Digital sein“ und „Alter“ ist kein Gegensatz

Wir bloggen in den kommenden Wochen über „Digitales Altern”, genauer über das Altern und das „alt seins“ in unserer digitalen Gesellschaft. Dabei interessieren uns die Seniorinnen und Senioren als so genannte „digital immigrants“: Menschen, die in eine weitgehend analoge Welt geboren wurden und sich in der digitalen Welt zuerst einmal zurechtfinden müssen wie in einem neuen Land. In einem Land, in dem anders kommuniziert, anders gelebt und anders gearbeitet wird, ein Land das neue Vorteile, aber auch neue Schwierigkeiten mit sich bringt. Einigen gelingt das Einleben, einige haben Schwierigkeiten dabei. Die einen wollen sich in dieser neuen Welt einleben, wollen aktiv daran teilnehmen, andere wiederum nicht. Doch inwieweit kann man sich dieser Entwicklung entziehen? Dieser und weiteren Fragen werden wir nachgehen.

Unser Blog fokussiert sich auf dieses Spannungsfeld von Alter und Technologie. Schwerpunkt bilden Themen die Seniorinnen und Senioren in der Schweiz in Bezug auf neue Technologien beschäftigen und betreffen: von der digitalen Alphabetisierung über silver surfers zu spezifischen Angeboten, wie auch von der Digitalisierung aller wichtigen Lebensbereiche über Exklusion bestimmter Gruppen zu den vielen neuen, kleinen und grossen, Helferchen im Alltag.

Neben allgemeinen Beiträgen und Definitionsversuchen zu einzelnen Begriffen ist der Blog in drei Themenbereiche gegliedert:

Ebenso wenig wie Alter mit Offline-Sein einhergeht, ebenso schwer kann es sein in der digitalen Welt Fuss zu fassen. Unser Blog soll dies mit aktuellen Studien, konkreten Beispielen und persönlichen Erlebnisberichten (wie dem Projetk tablet heroes) zum einen erläutern, aufzeigen und erklären, zum anderen aber auch kritisch hinterfragen, zur Diskussion und zum Nachdenken anregen.

Ob jung oder alt, willkommen in der digitalen Welt (und natürlich auch auf unserem Blog)!